Third Wave Coffee Rules

 

Bei der „dritten Welle“ der Kaffeekultur steht die Bohne im Vordergrund. Es geht um die richtige Zubereitung, die Veredelung des Geschmacks und Transparenz und Fairness. So kann der Verbraucher Kaffee bis zum Strauch zurückverfolgen.


Die erste Kaffee-Welle rollte nach dem 2. Weltkrieg auf Deutschland zu, als sich aus dem einst exklusiven und teuren Produkt eine günstige Massenware entwickelte, die vakuumverpackt in jedem Supermarktregal stand. Der Filterkaffee hielt Einzug in jeden Haushalt. Mitte der 60er stand die Qualität wieder vermehrt im Vordergrund und die Espresso-Bohne fand in Form massentauglich veredelter Varianten Einzug in unsere Wahrnehmung. Aus dieser zweiten Welle gingen Ketten wie Starbucks hervor und wir gewöhnten uns an Cappuccino und Latte Macchiato in praktischen To Go-Bechern.

 

Ursprünglich aus Skandinavien und über den Umweg USA kommend, schwappt seit einigen Jahren jetzt schon die dritte Kaffee-Welle über den Atlantik zu uns herüber, auf der man seit einiger Zeit auch in Frankfurt surft. Die Qualität der Bohne steht auf mehreren Ebenen im Vordergrund. Es gibt bei der Bewertung eben dieser Qualität gewisse Parallelen zum Wein: Das Anbaugebiet und -jahr, der Farmer, der Röster, das Röstdatum und der Barista bzw. die Zubereitungsart spielen jetzt eine tragende Rolle.

Fair Trade ist eine Selbstverständlichkeit: Micro-Röstereien importieren direkt vom Produzenten und rösten Kleinstmengen und limitierte Auflagen in Hinterhöfen. Ein weiterer Trend, der mit der Third Wave Bewegung einhergeht, ist das Zelebrieren alternativer und traditioneller Zubereitungsmethoden, beispielsweise mit der French Press Methode oder das händische Aufbrühen. Und auch die Kaffeemaschinen haben sich zu futuristischen High-Tech-Geräten entwickelt, die zum Preis eines Mittelklasse-PKWs die edlen Bohnen mit präziser und perfekt abgestimmter Temperatur brühen.

 

Die dritte Welle hat sich über die Jahre weiterentwickelt und in Frankfurt viele Destinationen hervorgebracht, die nicht nur Kaffee auf köstliche Arten zubereiten, sondern zum Teil auch selbst rösten. Unbedingt empfehlenswert sind: Espresso Bar, Bunca und The Holy Cross Brewing Society in der City, Hoppenwerth & Ploch und Kuku Vaia im Nordend, Oheim in Sachsenhausen und Gresso im Westend. Nicht fehlen darf der Frankfurter Klassiker, der gefühlt alle drei Wellen elegant auf einem Longboard absurft: Wacker’s Kaffee ist und bleibt Liebling der Herzen!

 

 

Fotos: www.gresso.de