Wohin geht die (Gastro-)Reise?

 

Frankfurt ist die internationalste Stadt Deutschlands; das macht sich auch in der Food-Szene bemerkbar. Die Fast Casual Food Szene wächst rasant. Was ist neu, was kommt, bleibt oder geht? Was ist spannend und empfehlenswert?


Frankfurt erlebt dank des stetigen Zuzuges einen Boom und wird laut John Cryan (ex-Vorstand Deutsche Bank) nicht zuletzt dank des Brexit in naher Zukunft „mehrere hundert neue Restaurants brauchen“. Auch wenn John Cryan irrt, denn Frankfurt braucht nicht mehr Restaurants, wir haben schon mehr gastronomische Betriebe pro 1000 Einwohner als z.B. Berlin, München oder Hamburg; es braucht in Zukunft bessere. Bessere in Bezug auf Nachhaltigkeit, Regionalität der Produkte, Transparenz, Digitalisierung, Personal- und Service-Qualität.

 

Die letzten Jahre haben, lassen wir mal den bald abebbenden Burger Boom außen vor, schon einige tolle Konzepte hervorgebracht. Wir wissen jetzt, was eine Pho (Vipho/Lam Freres) oder eine Ramen (RamenJun/Muku) sind; können gut mit Stäbchen umgehen und Sashimi (Iwase/Sushimoto) von Ceviche (La Cevi) unterscheiden. Wir haben die neapolitanische Pizza (Montana/SuperBros) lieben gelernt, die ohne Analogkäse und Plastik-Salami auskommt und Dank Gokio Bros (Korean Fried Chicken) und Chicken Bros (opening 2019) bessere Alternativen zu KFC.

Wir trinken Craft-Bier (Margarete/Naiv), perfekten Espresso oder Cortado (Espresso Bar/Holy Cross Brewing/Bunca) und auch wenn der Tequila-Trend an uns vorbei gegangen ist, so wird dank der Ardinast-Brüder vielleicht SAKE den Weg in unser Herz finden (Bar Shuka).

 

In 2019 kommen neue Trends dazu: wir werden die israelische Küche besser kennenlernen (Miznon) und haben mit dem Aman und EatDoori endlich gleich zwei zeitgemäße indische Restaurants. Es ist an der Zeit, die uninspirierten Restaurants, die seit teilweise 20 Jahren nichts an Ihrem Produkt verbessert haben, in Rente zu schicken. Es braucht Produktliebe, Sachverstand und Herz für die Konzepte der Zukunft. Und mutige Gastgeber, die Ihr Konzept trotz teurer Mieten, Personalmangel und ausufernder Bürokratie umsetzen. In Frankfurt bietet sich in den kommenden Jahren die Chance, Restaurants mit einem neuen Produkt- und Service-Level zu etablieren. Denn eines ist ganz gewiss: viele Neu-Frankfurter werden einen hohen Anspruch an die Gastronomie haben;zudem sind sie ein viel größeres Spektrum an kulinarischem Angebot gewöhnt.

 

 

Fotos: www.montana-pizzeria.de