No show macht Niemanden froh!

 

Die Kunde von Storno-Gebühren bzw. „No Show Fees“, die immer mehr Restaurants in der ganzen Republik erheben, macht die Runde und sorgt für Aufregung. Aber warum braucht es das und was hat es damit wirklich auf sich? Und warum müssen wir überhaupt über dieses Thema reden?


Wenn wir bei Freunden zum Essen eingeladen sind und – aus welchem Grund auch immer – verhindert sind, ist es eine Selbstverständlichkeit, diese anzurufen und abzusagen. Das gebietet die Höflichkeit. Wie kommt es dann, dass immer mehr Res­taurant-Gäste trotz Reservierung nicht erscheinen und auch nicht anrufen und absagen? Und das zum großen Teil auch nicht einmal schlimm finden, weil sich der Tisch ja wahrscheinlich sowieso weiterverkaufen lasse. Doch das ist in den meisten Fällen mitnichten der Fall. In vielen Restaurants bleiben viele Stühle unbesetzt, obwohl das Restaurant ausgebucht ist und Gäste zum Teil sogar weggeschickt werden, die gerne noch einen Platz bekommen hätten.

 

Dass die Wirte nun reagieren ist mehr als überfällig. Eine Tischreservierung in einem Restaurant begründet rechtlich gesehen ein Vertragsverhältnis, das für Gastronomen und Gäste bestimmte Pflichten auslöst. Die bis dato vorherrschende Kulanz hat nun ein Ende, in immer mehr Restaurants wird zukünftig eine Gebühr fällig, wenn die Reservierung nicht – das geht auch kurzfristig – storniert wird. Und auch das ist noch kulant, denn Wartelisten auf Tische führen die Wenigsten und die Hoffnung auf Walk-Ins stellt keine Garantie dar.

Wie sieht das denn in anderen Branchen aus? Wenn wir ein Hotelzimmer oder einen Platz im Flugzeug reservieren, akzeptieren wir automatisch die Stornobedingungen, die zumeist bei 100% Stornogebühren liegen. Und nein, das ist nichts anderes; der Hotelier hat eine gewisse Menge an Betten, die er vermietet; die Airline eine festgelegte Anzahl an Plätzen und das Restaurant nun einmal eine feste Anzahl an Stühlen, mit denen es kalkuliert. Um die Investition, die Miete, das Personal, den Wareneinsatz und all die Kosten zu bezahlen, muss die Auslastung eines Restaurants hoch sein. Bleiben Tische unbesetzt, geht die Rechnung nicht mehr auf. Ganz zu schweigen von der Lebensmittelverschwendung, weil Ware entsorgt werden muss, die eigentlich für ein volles Restaurant eingeplant war. Es gibt keine Gewinner in diesem Spiel.

 

Kürzlich musste ein sehr beliebtes Restaurant im Rhein-Main-Gebiet schließen. Eine No Show-Rate von teilweise 40% hat diesem Unternehmen die wirtschaftliche Basis entzogen. Rechtzeitig absagen tut nicht weh und ist einfach fair.

 

 

Fotos: Restaurant Backschaft