Peter Grimes von Benjamin Britten

Schuldlos schuldig

 
Ein Einzelgänger, der Fischer Peter Grimes, wird verdächtigt, für den Tod seines Lehrjungen auf See verantwortlich zu sein. Dass er freigesprochen wird, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten der Dorfbewohner ihn für schuldig halten. Es herrscht eine Atmosphäre des Misstrauens und der Verleumdungen. Nur die Lehrerin Ellen Orford und Kapitän Balstrode begegnen dem Außenseiter mit Offenheit. Als schließlich auch sein zweiter Lehrling stirbt und daraufhin eine dörfliche Lynchaktion droht, kommt Grimes der Eskalation zuvor: Mit seinem Boot versenkt er sich im Meer. Die erste Oper von Benjamin Britten entstand 1945 nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er während der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs gelebt hatte. Der eigentliche Hauptträger von Brittens Partitur ist das Meer, das nicht nur in den bahnbrechenden sinfonischen Zwischenspielen, sondern auch bei der Charakterisierung der Protagonisten und der Dorfgemeinschaft eine zentrale Rolle übernimmt. 

 

Keith Warners umjubelte Inszenierung zeigt mit ausdrucksstarken Mitteln, wie der verschrobene Außenseiter Peter Grimes den Kampf gegen die Vorurteile der Gesellschaft verliert und schuldlos schuldig wird. Neben Vincent Wolfsteiners bereits in der Premiere gefeierter, überwältigender Darstellung der Titelpartie sind Katie van Kooten als Ellen Orford und Simon Bailey als Captain Balstrode zu erleben. Dirigent Lawrence Foster steht am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.

 

Foto: Monika Rittershaus

Veranstaltungsdaten

• Sa, 11. April | 18:00 Uhr
• Peter Grimes von Benjamin Britten
• Oper Frankfurt
• Weitere Vorstellungen: 16./23./30. April und 2. Mai 2020, jeweils um 19:00 Uhr
www.oper-frankfurt.de
• Preis: ab 15,00 €